Felszeichnungen in den Appalachen stellen prähistorische Kosmologie dreidimensional dar

Auf dieser Felszeichnung hält ein Vogelwesen einen Zeremonialstab und eine zeremonielle monolithische Axt, die sich in ein menschliches Antlitz verwandelt. | Copyright/Quelle: Jan Simek, Alan Cressler, Nicholas Herrmann and Sarah Sherwood/Antiquity Publications Ltd. 

Knoxville (USA) – Die Felszeichnungen an freien Wänden und in Höhlen im Appalachengebirge gehören zur räumlich am weitesten verbreiteten und ältesten Felsenkunst in den vereinigten Staaten. Zwei US-Forscher wollen nun entdeckt haben, dass die Felszeichnungen nicht zufällig, sondern gezielt in der Landschaft verteilt und platziert wurden, um so die Kosmologie der prähistorischen Bewohner dieser Region in der Landschaft abzubilden.

Wie der Anthropologe Jan Simek von der University of Tennessee gemeinsam mit Nick Herrmann von der Mississippi State University, Alan Cressler von der U.S. Geological Survey und Sarah Sherwood von der The University of the South aktuell im Fachjournal „Antiquity“ berichten, haben sie 44 Felszeichnungen unter freiem Himmel und 50 Höhlenmalereien im Gebiet des sogenannten Cumberland Plateaus in den Appalachen dokumentiert und analysiert und dabei festgestellt, dass sowohl Darstellungen, die verwendeten Farben und die räumliche Anordnung der Abbilder die kosmologischen Prinzipien der südöstlichen Ureinwohner Nordamerikas widerspiegeln.

Die Felskunst verändere sich mit der natürlichen Landschaftstopografie, und spiegele somit ein dreidimensionales Universum wider, wie es auch dem Mittelpunkt der Religion der prähistorischen Mississippi-Kultur entspreche.

„Unsere Entdeckungen ermöglichen uns einen Einblick in die Eigenarten der Gesell- und Gemeinschaften der nordamerikanischen Ureinwohner vor mehr als 6.000 Jahren“, so Simek. „Sie belegen, dass die prähistorischen Menschen auf bzw. im Cumberland Plateau die stets ansteigende Landschaft nutzen, um so ihr konzeptionelles Universum auf die natürliche Welt, in der sie lebten, zu übertragen.“

Die „obere Welt“, so erläutern die Forscher weiter, sei Heimat der Himmelskörper und des Wetters – personifiziert durch mythische Figuren, die die Menschen beeinflussten. „Die meiste Felskunst unter freiem Himmel findet sich an hochgelegen Orten, die auch von Sonnenlicht erreicht werden und von welchen aus man die Sterne sehen kann. Viele dieser entsprechend thematischen Abbildungen wurden in roter Farbe gemalt, die mit dem Leben assoziiert wurde.

Die ‚Mittelwelt‘ stellt die natürliche Welt selbst dar und wird sowohl unter freiem Himmel als auch in Höhlen auf mittlerer Höhenlage des Plateaus dargestellt. Hier finden sich nun Bilder von Menschen, Pflanzen und Tieren mit meist weltlichen Eigenschaften.

Quelle, hier weiterlesen: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspot.de/2013/06/felszeichnungen-in-den-appalachen.html

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