Focus schreibt: Hash stärkt das Gedächtnis

Marihuana ist gut fürs Gehirn, sagen US-Wissenschaftler. Ihre Studie legt nahe, dass bestimmte Stoffe in der Droge das Wachstum der grauen Zellen ankurbeln.
Forscher derOhio State Universitykonnten zeigen, dass ein THC-ähnliches synthetisches Medikament die Gedächtnisleistung von Ratten verbesserte. THC, kurz für „Tetrahydrocannabinol“, ist die wichtigste berauschende Substanz in der Kifferdroge Marihuana. Offenbar wirkt der Stoff auf das Gehirn entzündungshemmend und regt das Wachstum von Nervenzellen an.In früheren Studien hatten die Forscher um den Psychologen Gary Wenk bereits nachweisen können, dass der Stoffmit demsperrigen Namen WIN-55212-2positive Effekteauf das Gedächtnis hat. Jetzt hatten die Wissenschaftler untersucht, welche Prozesse dabei ablaufen.Dazu transplantierten sie älteren Ratten winzige Pumpen mit dem Wirkstoff unter die Haut. Die Geräte gaben konstant kleine Mengen des synthetischen Marihuanas ins Blut der Tiere ab. Die Menge war so gering, dass der Stoff nicht berauschend wirkte.In anschließenden Gedächtnistests schnitten die behandelten Nagetiere besser ab als Artgenossen, die kein WIN-55212-2 bekommen hatten. Allerdings waren die Effekte nicht besonders stark.In einer zweiten Versuchsreihe kombinierten die Wissenschaftler den THC-Ersatzstoff mit einer Substanz, die bestimmte Rezeptoren im Hirn blockiert. So lassen sich Rückschlüsse ziehen, welche Reizempfänger das synthetische Marihuana aktiviert. Das Forscherteam fand Hinweise, nach denen der Stoff Entzündungen des Hippocampus unterdrückt. Auch zeigte sich, dass er auf jene Rezeptoren wirkt, die das Zellwachstum im Gehirn anregen.

„Wenn wir jung sind, produziert unser Gehirn viele Neuronen, und das Gedächtnis funktioniert gut. Im Alter verlangsamt sich dieser Prozess. Doch wir brauchen diese Zellen, um auf alte Erinnerungen zurückgreifen zu können und neue zu bilden. Wir haben herausgefunden, dass der THC-artige Stoff das Zellwachstum im Hirn beeinflussen kann“, sagte Yannick Marchalant, Co-Autor der Studie.

Die Wissenschaftler glauben, auf Grundlage ihrer Erkenntnisse ein Medikament entwickeln zu können, das vor Alzheimer schützt. Die Krankheit geht mit chronischen Hirnentzündungen einher.

„Wir sagen nicht, dass man durch Kiffen Alzheimer vorbeugen kann. Auch wenn das tatsächlich funktionieren könnte“, sagte Studienleiter Gary Wenk. Yannick Marchalant erklärte: Ziel der Wissenschaftler sei es, einen Stoff zu finden, der Hirnentzündungen hemmt und das Zellwachstum anregt.

Die Forscher hatten ihre Entdeckung bei einem Treffen der Society for Neuroscience in Washington vorgestellt.
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